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14.8. - 15.8.2010 Lagoa de Albufeira

 Für diese Tage greife ich wieder auf das Reisetagebuch zurück:

“Heute war mal wieder Chill-out-Day, allerdings war er genauso ereignisreich. Wir wurden wach, frühstückten und gingen erstmal baden. Nachdem wir gebadet hatten, gingen wir nochmal baden. Einfallsreich, wie wir heute waren, nutzen wir die Badepause zum baden.”

Ja, so sollte es diesen Tag zugehen. Und so wollen wir den Tag verbringen. Hatte ich schon erwähnt, dass der Lagoa de Albufeira der wohl tollste Badeplatz der Welt ist?

Lagoa de Albufeira am Tag

Fröhliche badende aller Altersgruppen, die sich vom reissenden Strom in die Lagune hinein oder aus der Lagune heraus treiben lassen, kilometerlanger Strand und eine klare helle Sonne, ja so, so sollte der Tag eigentlich verlaufen.

Zurück zum Autor des Reisetagebuchs:

“Da nahm das Unglück seinen Lauf. Erst veschwand Mudder, dann Vadder. Die Bälger fingen schon an, sich Sorgen und Gedanken zu machen, als Vadder auftauchte um zu erzählen, dass bei einer schlecht genutzten Badepause seitens Mutter der komplette Womoschlüssel verlorgen ging.

Es folge langes, jugendliches Gezeter. Während die Erwachsenen (mit Kindern, der ohne Kind nicht) den Schlüssel suchten, wollte Jan im Mittelpunkt stehen und verletzte sich.”

Ja, so verbrachten wir den Nachmittag, Schlüssel suchen und mit allen Leuten am Strand, den fliegenden Händlern, anderen Badegästen das Gespräch suchen. Es ist ein sehr, sehr, sehr unangenehmes Gefühl, an einem noch so schönen Platz fest zu sitzen und für das Fahrzeug keinen Schlüssel mehr zu haben. Wir haben viel Anteilnahme und Hilfe gefunden, ganze Grossfamilien zogen los, unseren Schlüssel zu suchen. Letzlich fand ich ihn, offen auf dem Weg in einem überraschend weit entfernten Pinienwäldchen liegen. Was habe ich mich gefreut! Abends im dunkeln sassen wir dann bei der portugiesisch-brasilianisch-angolanischen Familie, die uns so nett beim Suchen geholfen hatte, in den Pinienwäldern am Lagerfeuer, gaben eine Runde Waldhaus-Bier aus (die tranken alle nur alkoholfrei) und plauderten über das Leben in Portugal. Wir lernten, dass viele Familien über das Wochenende die Grosstadt verlassen und mehr oder weniger legal aber auf jeden Fall geduldet in den Uferregionen an der Küste campen.

Lagoa de Albufeira am Tag

Am nächsten Tag zeigten sich Spuren des exzessiven Sonnens. Die Männer sonnenverbrannt, der älteste Sohn mit Ohrenweh. Das hiess nun, für den Familienvater, Strandgang nur in Hemd, Hose und Hut, der älteste Sohn wurde mit Zwiebeln gespickt im Wohnmobil gelassen und ansonsten planmässig der Tag genossen. Abends mit dem Ausklang des Badebetriebs verliessen auch wir den Ort.

Zum Schluss noch ein paar Hinweise für Wohnmobilreisende:

  1. kommt entweder früh oder ganz spät, tagsüber kann man - zumindest am Wochenende - sein Dickschiff nicht mehr vor- oder zurück bewegen
  2. ladet Eure Mühle nicht zu voll, die Ausfahrt ist mit diesen wundervollen weissen Plastersteinen ausgelegt und geht steil den Berg rauf, die vorderradgetriebenen Womos mit der Last hinten drehen da durch wie auf Glatteis, bei uns half nur Vollgas und Anlauf.

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13.8.2010 Lissabon

Heute konnten wir nicht weg - wir mussten auf unsere Wäsche warten.

Ingsesamt zeigt sich, dass es sehr schwer ist, alltägliche Dinge zu organisieren, wenn man die Sprache nicht spricht - und nicht schreibt. Aber zum Glück sind Zahlen, Datums- und Zeitangaben international genug und wir haben sogar eine gemeinsame Währung.

Das wäre überhaupt mal ein Anlass den Segen des Euro zu erwähnen. Ich will den behalten. Das Gefühl eines einigen Europas kann kaum besser ausgedrückt werden als durch diese Währung, die man auf einer Europatour niemals aufgeben muss. Ich bin immer wieder überrascht, wie ungewohnt und lästig dieses Geldwechseln wird, wenn man mal in die Schweiz oder das Nicht-Euro-Ausland reisen muss.

Also ein weiterer Tag Portugal: Wir frühstückten direkt am Tejo - fast im Tejo -den Tisch auf einer Landungsbrücke. Hier sieht man ganz gut, was für einen sensationellen Stellplatz wir hatten, Tejo-Blick, Kneipe direkt nebenan und Frühstück rundum vom Tejo umspült:

Stellplatz in Lissabon

Hier noch der Blick vom Frühstückstisch:

Blick vom Frühstückstisch über den Tejo

Den Tag über schlenderten wir dann ziellos durch Lissabon, ich kaufte mir endlich eine neue Uhr, die trage ich heute noch (nunja, soo lang ist das ja nicht her, die Uhr vorher hatte ich über 15 Jahre jeden Tag an).

Wir machten uns die Mühe, ja es war doch recht heiss, in Richtung Castel zu laufen, das liest sich im Reisetagebuch so:

“Heute is Freitag der 13. und es ist eigentlich nicht so viel schiefgegangen. wir wurden nicht überfallen. Das war aber auch gleichzeitig die gute Nachrict. Heute sind wir in der Gegen rumgestapft undhaben geshoppt, alle bis auf den Autor, der mit Lumpen an den Füßen durch Lissabon gehn musste. Nach einer Zitronenlimo in einem seltsamen Lokal stapften (das Wort ist toll) wir durch das Castel. Auf dem Rückweg zum Womo aßen wir orgentlich zu Mittag und gingen.” Soweit der Autor des Reisetagebuchs.

Lissabon, Kathedrale

Urinal kurz vor dem Castel:

Urinal Castel

Irgendwie ist jedoch der Stimmungsfunke von Lissabon nicht so recht auf die Familie übergesprungen, sie wollte nur noch weg und so holten wir unsere Wäsche ab - wieder gewaschen und gebügelt - und fuhren über die rote Tejobrücke weiter nach Süden. Und erreichten in der Abenddämmerung die Lagoa de Albufeira. Das ist - kurz gesagt - der wohl tollste Badeplatz der Welt. Das ist kaum in Worte zu fassen, eine riesige Lagune, die zur Flut voll- und zur Ebbe leerläuft. Ein endloser Sandstrand und am Wochenende hunderte, nein tausende die sich an der Küste und im reissenden Badestrom verteilen.

So schöne Bilder wie das Internet davon auf Vorrat hat, kann ich gar nicht bieten, aber schon die Abendstimmung versprach eine tolle Zeit für den folgenden Tag:

Lagoa de Albufeira

Lagoa de Albufeira

Am nächsten Tag wollten wir nur ein wenig ausruhen und baden, einfach die Seele ins Wasser baumeln lassen.

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12.8.2010 Lissabon

Hoppla, am Morgen des 12.8. erlebten wir Sturm und Nebelreissen, ein Wetter, das uns ganz und gar unbekannt war. Das hat den schönen Regenschirm etwas gebeutelt, er war nachher ganz geknickt!

Nunja, da konnten wir das Frühstück schnell und drinnen abhalten, und in Richtung Lissabon weiterfahren. Wir haben uns schon auf eine regnerische Stadtbesichtigung eingestellt, aber es kam dann doch viel besser:

Zunächst konnten wir an öffentlicher Toilette und Wasser-fass-Stelle noch das ganze Wohnmobil aufmunitionieren, das ist immer sehr beruhigend, und dann immer der Küste des Atlantik und dann des Tejo entlang nach Lissabon fahren.

Einen kurzen Stop an touristisch maximal genutzten Boca do inferno (ja, wir hatten das Höllenloch schon nun also der Höllenmund!). Eindrucksvoll war der Apnoe-Taucher, der vor dem Loch immer wieder in die Tiefe verschwand und gefühlte Ewigkeiten unter Wasser blieb. Leider konnte ich den mit dem montierten Optik nicht fotografieren.

Boca do Inferno

Durch die malerischen - und auch ziemlich mondänen - Küstenstädtchen Cascais und Estoril gings recht zügig und immer hübscher in Richtung Lissabon. Aus dem Eifer, die Stadt zu erreichen, liessen wir diese hübschen Städtchen einfach an der Strecke liegen, wir können die uns ja später ansehen(?)!

Am frühen Nachmittag trafen wir in Lissabon am Torre von Belém ein. Dort parkten wir an der einzigen Stelle, die nicht explizit verboten war, sie sah nur etwas “gewagt” aus. Wir schlenderten nun unter angenehm frühlingshaften Temperaturen zum Entdeckerdenkmal.

Entdeckerdenkmal.

Man kann gut erkennen, dass vom Morgennebel nichts mehr erhalten ist.

Am Ufer des Tejo, beim Entdeckerdenkmal
Der im Reiseführer empfohlene Stelllatz war unter den zahlreichen Touristenbussen schlicht nicht zu erreichen und jede Parkbucht hatte klare und sehr grosse Wohnmobilverbotsschilder plaziert. So fuhren wir in Richtung Lissabon weiter. Immer auf der Suche nach einer Wäscherei. Nun wussten wir, dass wir in Portugal auf Full-Service setzen konnten, fanden aber keine Wäscherrei. An einer - im Stadteil Estoril - kamen wir zwar ständig vorbei, aber die hatte Ferien. So begann ich immer engere, vewinkeltere Strassen abzufahren, bis wir schließlich unsere Wäsche loswurden. Wieder waren die Leute so hilfsbereit, dass man es sich kaum vorstellen konnte! Nur als sie als ursprünglichen Rückgabetermin den Montag (es war immerhin Donnerstag) angaben, mussten wir nachverhandeln. So konnten wir uns auf Freitag 18:00 einigen. Nach unseren letzten Erfahrungen waren wir sehr, sehr gespannt!

Wir fuhren dann auf der Suche nach einem Stellplatz an’s Tejo Ufer und einer der definitiv-nicht-offiziellen Parkplatzeinweiser fand zwischen den zu Trendlokalen umgebauten Lagerhallen am Fährhafen eine nette Lücke. Wir drückten ihm 2 Euro in die Hand und baten ihn, ein Auge auf unseren Wagen zu werfen. Das war auch alles, was wir erwarten konnten, denn das andere Auge war von einer früheren Schlägere blau zugeschwollen.

Solchermassen “sicher” plaziert zogen wir zum Stadbummel los. Nun - Lissabon hat seinen eigenen Reiz und aus irgendeinem Grunde sprang bei der Familie der Funke nicht in dem Masse über wie zuvor in Porto oder Coimbra.

Lissabon jedoch tat sein bestes, es war angenehm mild und die Statuen am Wegesrand waren - abwechslungsreich:
Lissabon, Statue

Diese Statuen standen - wohl nur vorüberehend - im Park im Bairro alto:
Lissabon, Statue

Im Park dort konnte man sich einen Mojito vom Kiosk holen und äusserst angenehm den Abend beginnen. Hier der Blick zur Kathedrale:

Blick vom Bairro alto zur Kathedrale und zum Tejo

Leider - das machte den Rest-Abend etwas unnangenehm - kam mit der Dämmerung ein schneidender Wind auf, so dass man sich in den engen Gassen gar nicht mehr wohl fühlen konnte. Wir erlebten das erstemal eine für uns unangenehme Seite portugisischer Gastfreundschaft - Hunde sind offensichtlich in keinem Lokal erlaubt. Draussen war es ungemütlich, so kehrten wir ohne Abendessen zu unserm Wohnmobil zurück. Die Stadt war schon in das Dunkel der Nacht getaucht am Praça do Municipio wurde zu Life-Musik ein Mulitmedia Film auf die Hauswand projiziert und der Platz in ein unwirklich grosses Aquarium verwandelt:
Praça do Municipio

Ansonsten entstand der Eindruck, als wäre die Zeit weit zurückgedreht worden:

Lissabon, Nacht

Direkt am Ufer des Tejo, 20m neben unserem Wohnmobil auf einer Terasse über den Wasser konnten wir - dann seltsamerweise ganz ohne Wind - stilvoll zu abend esssen. Geschlafen wurde am Ufer zum Plätschern des Tejo überraschend ruhig.

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11.8.2010 Óbidos, Cabo da Roca

Thema des Tages: - Go West

Aber bevor wir an der Westspitze Kontentaleurpas ankommen tauchen wir noch einmal ins Mittelalter. Óbidos ist gewissermassen das Carcassonne Portugals. Eine kleine Stadt mit ulaufender Befestigungsmauer und malerischen engen Gässchen. Von aussen ist noch der grosse Aquädukt erhalten, der in die Stadt führt:
Óbidos, Aquädukt

Die ganze Stadt erinnert auch an ein Puppenhäuschen - es ist einfach nur niedlich und adrett, für einen Tag kann man das gut ertragen:

Óbidos

Óbidos

Óbidos, Pferdekutsche

Óbidos, das Kastell

Ganz besonders fein war übrigens der Orangensaft, der uns vor den Toren der Stadt frisch gepresst wurde. Kistenweise frische Orangen wurden dort mit Engelsgeduld von Hand gepresst. Später überraschte uns dann, dass man in Musquetaire Supermärkten in Portugal keinen portugisischen Orangensaft kaufen kann (man hat dort die Wahl zwischen verschiedenen deutschen Orangensäften!).

Nach der ausführlichen Stadbesichtigung sind wir dann weitergefahren, gerade nach Westen, immer weiter, bis es nicht mehr weiterging…

In der Abenddämmerung erreichten wir die stürmischen Kliffs vom Cabo da Roca. Hier standen wir in der Gesellschaft anderer Wohnmobile und liessen den Wind unsere Kohle anfachen:
Feuerteufel

Die Abenstimmung an diesem westlichsten Punkt …
Cabo da Roca

ging in eine stimmunsvolle Nacht über
Cabo da Roca, Leuchtturm

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10.8.2010 Lagao de Ervedeira, Alcobaça, Lagoa de Óbidos

Der Lagao de Ervedeira hat so einen Holzsteg, der vom Norden aus westlich um den See herumführt. Das war verlockend, der See sah auch gar nicht so gross aus, also stand der Entschluss, 2x um den See zu rennen, so begann der 10.8.. Danach - gleich am morgen, bevor die Badegäste kamen, sind wir in den See gesprungen und konnten gegen Mittag wieder aufbrechen.

Lagao de Ervedeira

Wieder ging es lange durch den Pinienwald, die Baustelle direkt zum lagao de Ervedeira hinführend lässt allerdings fürchten, dass es mit der Idylle an dem See bald vorbei sein wird!

Ein kleines Erlebnis am Rande: In Portugal gibt es zahlreiche Trinkwasserbrunnen und Waschhäuser, an denen der Reisende seine Wasservorräte auffüllen kann, manchmal passt sogar ein Schlauch auf den Hahn so war es auch am 10.8. morgens. Wir haben also in alle Bequemlichkeit Wasser gefasst, und als wir abfahren wollten, gab der Wasserhahn den aufgeschraubten Hahnanschluss nicht mehr her. Das ist dieses Teil: Hahnanschluss. Und das obwohl ich es nur mit der Hand aufgeschraubt hatte. Als Akademiker kamen wir auf grossartige Ideen, so versuchten wir das Gewinde mit ein paar Tropfen Olivenöl gangbar zu machen, darauf glitt die Hand erst recht ab! Schon hatte ich den Adapter aufgegeben als Claudia noch einmal nachdachte. Wenn der Wasserhahn in der prallen Sonne stand und dann das kühle Wasser hindurch lief werden sich Kunststoff und Metallhahn einfach verschieden auf die Abkühlung hin verhalten haben. Wir hatten noch heisses Wasser im Boiler und mit dem Messbecher wurde nun der Wasserhahn samt Schlauchanschlusstück erwärmt. Und - prompt - liess sich das +#-@-Teil leicht abschrauben. Köpfchen siegte über Gewalt.

Weiter ging es zu den grossen Klosteranlagen von Alcobaça. Hier wohnten 999 Zisterzienser (die Ordensregel verlangte “einen weniger als Tausend”) und die Abtei ist heute noch riesig und beeindruckend. Alleine die Küche zeigt, dass auch im Mittelalter schon Grossküchen möglich waren, des gab fliessendes Frischwasser aus dem Fluss und riesige Essen über den offenen Feuern. Auf den steinernen Tischen konnten gewiss ganze Ochsen tranchiert werden.

Die Küche im Kloster von Alcobaça,
hier die grossen Feueressen:
Küche im Kloster von Alcobaça
die Fenster an der Stirnseite:
Küche im Kloster von Alcobaça
die riesigen, steinernen Tische:
Küche im Kloster von Alcobaça
und ein Blick von oben:

Küche im Kloster von Alcobaça

In einem Raum des Klosters waren ein Klavier und ein Keyboard aufbaut, hier gab es dann Spontankonzerte, Claudia gab mit einem französichen Schüler den Entertainer und Jan spielte uns Scarborough Fair vor, später dann trat hier ein Countertenor auf, dessen Gesang durch das ganze Kloster hallte.
Spontankozert in Alcobaça

Spontankozert in Alcobaça

Nun könnte man ein wenig in der Architektur schwelgen, von eindrucksvollen Sälen, stillen Laubengängen usw. erzählen, doch eigentlich muss man im Kloster von Alcobaça eine alte Schauergeschichte nacherzählen:

Wir erinnern uns an die Geschichte von Pedro und Inês? Es ist doch erst ein paar Tage her!
Pedro I von Portugal genannt der Grausame (O Cruel) hatte einen Zorn auf seinen Vater, der hatte aus Gründen der Staatsraison seine geliebte Inês de Castro ermorden/hinrichten lassen. Das war im Mittelalter wohl nicht immer so einfach zu unterscheiden.

Darauf hin hat sich - verständlicherweise - der Sohn Pedro gegen seinen Vater Alfons IV erhoben aber die restlichen Fürsten hielten zu seinem Vater und so musste er sich mit seinem Vater einigen.

Richtig gruselig wird die Geschichte erst, nachdem Alfonx IV gestorben ist. Das war 1357. Da wurde Pedro König. Und er hatte die Geschichte mit Inês nicht so richtig verarbeitet, die Ermordung war ja auch erst 2 Jahre her. Also ließ er die Tote ausgraben, mit prächtigen Gewändern schmücken und liess sich feierlich mit ihr vermählen. Die tote Inês sass auf dem Thron neben dem neuen König. Ich bin sicher, in Portugal machte sich mancher Sorgen zu der Zeit!

Dann ließ der neue König die Ratgeber suchen, die seinem Vater zu der Ermordung von Inês geraten haben. Einige hatten es geschafft, ins Kastilische zu fliehen. Da sich Pedro mit den kastilischen Nachbarn verbündete lieferten diese die Übeltäter aus. Die Details von Pedros Rache, die ihm den Namen “der Grausame” einbrachte, kann man bitte woanders nachlesen, dieser Blos soll jugendfrei bleiben!

Allerdings hat Pedro anschließend wohl auch die Justiz reformiert, so dass man nicht mehr missliebige Leute einfach so ermorden konnte, das brachte ihm den Beinamen “der Gerechte” ein, da war dann wirklich für jeden was dabei.

Warum erzähle ich das an dieser Stelle? Nun die beiden sind hier in der Kathedrale begraben. So, dass sie, wenn sie sich am jüngsten Tage hinsetzen, sie sich direkt in die Augen blicken. Das ist doch recht romantisch. Inzwischen laufen aber die Touristen zwischen ihnen durch, und napoleonische Sodaten haben die Steinmetzarbeiten an den Sarkophagen stark beschädigt. Hübsch ist der Vergleich der Haustiere. Inês und Pedro haben je einen Hund zu ihren Füssen:

Inês Hündchen

Pedros Dogge

Ein kleines, zynisches Detail am Rande mag ich aber nicht unerwähnt lassen. Während Pedros Sarkophag von Löwen getragen wird, haben die Steinmetze Abbilder der üblen Ratgeber angefertigt, die bis zum jüngsten Tag den Sarkophag der Inês tragen müssen. Ironie des Schicksals ist nun, dass die Gesichter dieser Herren ebenfalls dauerhaft überliefert sind:
übler Ratgeber

Die Fahrt sollte dann an die Lagune gehen. Die Schilderungen im Reiseführer deckten sich aber nicht wirklich mit dem Eindruck, den wir von der Lagune hatten, so dass wir einigemale an den angepriesenen Stellplätzen vorbei fuhren, so dass sich der Fahrer (Wolf) letzlich weigerte weiter zu fahren, da er nicht ein drittes mal wenden wollte. Der Stellplatz war eigentlich ganz nett, direkt am Ufer, aber wie so oft war das Wasser der Lagune brackig und der Grill-, Parkplatz voller Müll. Erst am nächsten Tag bemerkten wir, dass der Platz nicht so voller Müll war, weil er aufgegeben worden war, sondern ganz das Gegenteil war der Fall, hier kamen die Portugiesen hin, um zu picknicken, den Müll sahen sie gar nicht. Das sonderbare war, dass die Gemeinde wirklich genügend Müllcontainer am Rande aufgestellt hatte und es wirklich keine Mühe machte, keinen Müll zu hinterlassen.

Wir nutzten diese erste Gelegenheit unseren frisch erhaltenen Klappgrill zu nutzen und liessen den Tag ausklingen mit frisch gegrilltem und einigen Flaschen selbst importierten Waldhaus Biers.

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7.8.bis 9.8.2010 Strand und Ruhe, Römer und Hitze, See für uns allein

Morgens am 7.8. ging es heiss her, voller Tatendrang begann ich den Tag mit Laufen und Claudia mit In-Line-Skaten. Eigentlich wollte ich vom Laufen auch Brötchen mitbringen, doch irgendwo unterwegs wollte habe ich wohl den 5 Euro Schein beim orientieren mit dem Handy verloren - so stand ich verschwitzt und keuchend im Bäckerladen und konnte dann nicht bezahlen. Das hiess dann nochmal über die Fussgängerbrücke und nochmal Brot holen. Hier meine Laufstrecke: Laufen in Coimbra

Nach dem Bad im Rio Mondego und dem Frühstück schlenderten Claudia und ich wieder durch die Altstadt, schnell jedoch wurde es zu heiss, fluchtartig kehrten wir zum Wohnmobil zurück, wo uns Moby mit der Aussentemperaturanzeige erschreckte:

Heiss in Coimbra

Auch die Not der im Wohnmobil zurückgebliebenen war gross, die Wasservorräte waren erschöpt und so entschieden wir, Richtung Küste aufzubrechen. Den nächsten Tag wollten wir nämlich ganz entspannt und ohne Autofahren verbringen.

Da wir nur auf der Suche nach einem angenehmen Platz zum Ausruhen für den Folgetag waren, entschieden wir uns für einen einsamen Strand in Costinha an der Costa de Prata. Hier standen ausser uns noch ein Wohnmobil und zwei Camper, die in ihren PKW campierten - das erscheint mir übrigens dann doch sehr spartanisch!

Die Strasse von Figueira_da_Foz in Richtung Norden war eher eine Sammlung tiefer und unberechenbarer Schlaglöcher als eine Strasse, so dass wir die Sandpiste zum Strand am Ende als Erleichterung empfanden. Hier standen wir ruhig und hörten hinter der Düne die Wellen toben.

Am 8.8. letzlich hieß es, Füsse hochlegen. Während Wolf den ganzen Tag fürchtete zum Laufen genötigt zu werden, packte auch mich der innere Schweinehund und so liessen wir es langsam angehen. Der Tag war überwiegend bedeckt und stürmisch, die Wellen liefen bei Flut beeindruckend den Strand hinauf und brachen sich donnernd. Hinter den Dünen waren wir ausreichend geschützt, dass sogar der leichte Niselregen unter der Markise auszusitzen war. Wir öffneten die Geburtagspost und fanden einen kleinen Klappgrill und ein süsses Resekatastrophenbuch, das wir uns dann abwechselnd vorlasen.

Am Strand war niemand, wir konnten sogar ein gestrandetes Piratenschiff kampflos übernehmen:
Prise

Zwei Nächte am selben Platz, das macht so einen faulen Eindruck. Am nächsten morgen patroullierte die Polizei über den Platz, winkte uns freundlich zu. Wir packten recht bald - wir benötigten Wasser und Entsorgung.

Weiter ging es also am 9.9.2010

Wir wollten eigentlich nur vom Meeresstrand zu einem Seeufer fahren. Jan wollte endlich die neues Schnorchelausrüstung testen, in den tosenden Wellen des Atlantik ging das wirklich nicht.

Die Strasse an der Küste entlang war abenteuerlich am Cabo Mondego vorbei über Schotterpiste und Schlaglochpfad.
Cabo Mondego.

In Figuera da Foz haben wir den Trubel am Strand nur im Vorbeifahren bewundert, hier tobt wieder richtig der Bär. Seltsam diese scharfen Kontraste in Portugal zwischen wirklich einsamen Abschnitten und den wilden bewirtschafteten Stellen.

Dann wieder an Coimbra vorbei und an den Lagao de Ervedeira - weit sollte es gar nicht werden. Dennoch - so viel Anspruch hatten wir dann doch - an der römischen Siedlung von Conimbriga konnten wir nicht vorbeifahren. Vor der Kasse standen romantisch die Orangenbäume und für erträgliche Gebühr konnten wir alle in das Gelände. Die Anlage war sehr gepflegt und der Besuch günstig, die Leute nett. An der Pforte bot man uns einen Schattenplatz für die Hunde an, aber die wollten dann doch lieber mit uns.

Im Überdachten Teil bekam man dann einen Eindruck, wie die Römer sich die Hitze erträglich gemacht haben, ein Innenhof, mit Wasserspielen und einem schattigen Säulengang war sicher auch schon vor 2000 Jahren der ideale Platz um die Siesta zu halten:
Laubengang - römische Idylle

Es ist der absolute Wahnsinn, wie viele gut erhaltene Mosaike hier zu bewundern sind. Diejenigen, die offen zugänglich sind, scheinen jedoch von Souvenirjägern geplündert zu werden. Hier ein paar Eindrücke, einige der Motive würden sich auch heute noch echt gut in einem meditarenen Ambiente machen:
Mosaik in Conimbriga

Delfine in der Badestube:
Delfinmosaik

Detailstudie:
Delfinmosaik - Detail

Es war wirklich unerträglich heiss, und so liefen nur noch die Eltern im Eilschritt über das Gelände und zu allem Übefluss war dann auch noch das Wasser im Schimmbad abgelassen:
Römisches Schwimmbad

So schlichen wir langsam zurück. Der Familienvater versprach ein Eis im Museumslokal, aber Museum und Lokal waren geschlossen, so blieb es bei einer vom Orangenbaum stibitzten etwas säuerlich-pelzig schmeckenden warmen Orange, und wir brachen auf, endlich die kühlere Küste zu erreichen.

Wir fuhren weiter durch den Pinienwald, hier stehen einsame Aussichtstürme auf denen Feuerwächter sitzen und den Wald nach Rauch absuchen. Sicher eine wichtige, aber auf Dauer auch sehr ermüdende Aufgabe!

Am späten Nachmittag, als die ersten - meist französischen Badegäste - ihre Sachen packten erreichten wir den Sandstrand am Lagoa de Ervedeira. Ganz langsam liessen wir uns im Süsswasser abkühlen und mit der Abenddämmerung hatten wir den Platz ganz für uns allein.

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Daniel Eggli in der clinIT AG

Daniel Eggli
Große Leute
Laudatio: Max Horneck
Herbstevent der clinIT AG, 16.10.2009

Da waren sie: die großen Leute. Kaum dass ich das erste Bild von ihnen gesehen hatte, habe ich mich in diese Figuren verliebt. Ich sollte jetzt etwas von Daniel Eggli erzählen, davon, dass die Leute Abschlussarbeit waren an der Kunstakademie in Zürich, davon, dass Daniel Eggli eigentlich einen Almauftrieb hat modellieren wollen und so weiter und so fort –
doch ich mag nicht.

Denn die Dynamik dieser Leute hat mich in ihren Bann gezogen. Das erstemal sah ich sie im Zeitungsphoto und habe sofort meine Frau darauf angesetzt: Die müssen wir haben für unseren Herbstevent, damals noch gar nicht so recht ahnend wie eindrucksvoll diese Leute sich selbst darstellen.

Dann war es schließlich soweit in Kirchzarten, in der ehemaligen Kirche, in der der Kunstverein seine Heimat gefunden hat, standen sie – abmarschbereit als die Türe sich öffnete und wollten sofort los – drängend, dynamisch, eifrig und so selbstbewusst. Festgehalten in der Bewegung, wie eingefroren und dennoch so agil, als wäre der Betrachter der unnormale, derjenige, der sich in der Zeit verliert.
Und dann wurde es ernst. Aus der Masse wurden diejenigen ausgewählt, die mitdurften, und als ich sie zum Auto brachte, konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, sie zappelten, wenn ich sie anfasste – meist unsanft am Kopf – und den kurzen Weg bis zum Rücksitz meines Wagens trug.
Ganz, ganz gewiss war ich mir jedoch als ich die Wagentüren schloss, dass sie mit dem Platz auf dem Rücksitz nicht einverstanden waren. Jede Lenkbewegung, jede Berührung des Gaspedals und der Bremse kommentieren sie tuschelnd und missbilligend von den hinteren Sitzen aus. Am ersten Kreisel beugte sich ein grauer Herr über meine Schulter und ich merkte, wie er mir auf den Tachometer blickte: Er – und alle anderen dahinten – hätte sanfter, eleganter, sicherer auf jeden Fall besser dieses Fahrzeug bewegt.
Und sie hielten nicht still: misslauniges Rascheln und Klappern zu jeder meiner Handlungen und dann, in der ersten stärkeren Kurve öffnete die rote Dame hinter mir das Fenster. Mein Erschrecken mag man sich vorstellen, von vorne ließ ich es wieder hochfahren. Doch in der nächsten Kurve hat der Mann in Schwarz mein rechtes hinteres Fenster geöffnet und jedesmal, wenn ich es schloss unerbittlich wieder auf den Knopf zum öffnen gedrückt. Bis ich durchgriff und mit der Kindersicherung dem Treiben ein Ende setzte.
Und da war sie wieder die Einordnung:Die wichtigen Leute – reduziert und kontrolliert mit einer Kindersicherung. Ein Gedanke, der seinen Reiz bekommt, wenn man ihn weiterdenkt.
Denn immer wieder erinnern mich die Leute an die altbekannten grauen Herren, die geheimnisvoll, mythisch und dunkel Momos Welt durcheinander brachten, und nur die kindliche Momo versteht die Bedrohung nicht. Egglis graue Herren aber sind reduziert, in Kleinkinderdimensionen übertragen. Vor ihnen gruselt man sich nicht. Die machen keine bösen Träume.
Grosse Leute, Daniel Eggli

So öffnen sie unsere Augen, ein Spiegel uns selbst vorgehalten, wenn wir eilig zwischen zwei Meetings über den Gehweg eilen, unser Telefon wie ein Amulett an Ohren, Herzen, Hintern haltend.

In ihrer Gegenwart erinnerte ich mich an das erstemal. An das erstemal, als ich jemanden in der Öffentlichkeit mit einer Freisprecheinrichtung telefonieren sah. Damals war ich kurz davor, den psychiatrischen Dienst zu alarmieren, heute können wir uns selbst so wieder sehen, wenn wir uns nachts im Fenster eines Flughafens spiegeln.
Und das ist für mich ein Aspekt von Kunst – Augen öffnen, uns zum innehalten anregen, zum nachdenken. Bei Daniel Egglis großen Leuten ist es so, da tun wir das mit einem Lächeln, für einen Moment wieder Kind und einen Moment in der Lage, uns selbst im Spiegel zu sehen. Zu sehen wie wir wirklich aussehen.

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6.8.2010 Durch Berg und Tal nach Coimbra

Die Nacht in der Serra da Estrela war stockdunkel, still und mild. Früh morgens zeigten sich die Berge in der klaren Luft bei traumhafter Fernsicht und wir konnten das Poço do Inferno ganz allein besuchen. Nach dem Nachtbaden (nein, nicht was Ihr gelesen habt, guckt nochmal genau hin) nun nochmal ein Eintauchen in die völlig klare, kühle Pfütze. Der Wasserfall war ein kleines Rinnsal allerdings war dort der Teich so tief, dass man nicht mehr stehen konnte.

Poço do Inferno

Nach Bad und Frühstück, wollten wir noch schnell Wasser fassen…

Direkt an dieser Durchfahrt

Poço do Inferno

war dieser Brunnen, den im Reiseführer genannten 2. Brunnen haben wir nicht gefunden…

Brunnen

Und dieses frische Nass wollten wir tanken. Nachdem die ganze Nacht und den ganzen Vormittag kein einziges Auto diese Strasse passiert hatte, mussten wir während des Wasserfassens viermal Autos vorbeimanövrieren lassen. Nach einiger Rangierarbeit standen wir so knapp, dass auch Pick-Ups vorbei passten.

Dann ging es weiter durch die  Serra da Estrela. Auf steilen, ausgesetzten Strecken immer weiter bergauf, in Richtung zum höchsten Punkt Portugals und Portugals einzigem Skigebiet.

Die letzten Kilometer vor dem Gipfel geht es durch die “steinernen Wächter” vorbei, seltsame Skulpturen, die die Natur herausgeschliffen hat aus dem Fels und eine riesige Madonna, die nicht von der Natur geschaffen wurde.

Wächter am Torre

Naturkunst und

Madonna am Torre

Menschenkunst.

Nun am Gipfel staunten wir nicht schlecht. Hier war Alm-Auftrieb und es gab Schinken und Käse in rauhen Mengen. Hätten wir es vorher gewusst, hätten wir allerdings deutlich mehr Schinken und Käse gekauft. Denn die sind aus der Serra da Estrela wirklich die besten von Portugal und die waren hier nichtmal so teuer. Wir hätten schon aufmerken sollen, dass auch Einheimische die grossen Schinken und Käse hier eingekauft haben.

Hier zeigte sich auch eine Besonderheit des nördlichen Portugals, man konnte sich recht gut auf Französisch verständigen. Fast alle Leute in den Läden konnten ein recht gutes Französisch (auf jeden Fall so besser als meines).

Läden am Torre

Mit Käse und Schinken beladen, haben wir noch den Gipfel bestiegen, die Radartürme mit ihren goldenen Kuppeln die an russisch-orthodoxe Kirchen erinnerten bewundert und sind weiter in Richtung Küste gefahren.

Torre der Gipfel

Bei der Weiterfahrt die ausgesetzte steile Strasse hinab fanden wir das einzige wirklich Schreckliche auf unserer Portugalreise. In Sabugueiro werden die Berghunde der Sera da Estrela (Cao da Serra da Estrela) gezüchtet. Das alleine wäre ja nicht schlimm. Aber entlang der ganzen Strasse findet man kleine Drahtkäfige in denen die bedaunerswerten Hündchen wie in Schaufenstern sitzen und auf Käufer warten. So sollten junge Hunde ihre Prägungsphase nicht verbringen. Hier scheint der Markt für diese schönen Hunde den Hunden nichts gutes zu tun. Wir sind ohne anzuhalten weitergefahren und hoffen, diese Art des Hundeverkaufens schnell zu vergessen.

Und am frühen Nachmittag fuhren wir nach Coimbra ein. Als erstes zum Park Quinta das Lágrima (einige nennen ihn den romantischsten Platz Portugals). Einen uralten Park mit schauriger Geschichte.

Hier lebten D. Pedro I und Inês de Castro zusammen (ich nehme an  in einem Schloss, nicht direkt im Park). Sie lebten glücklich bis der Vater von Pedro Inês hinrichten ließ. Der Sohn war daraufhin berechtigterweise sauer auf seinen Vater. Das ist Stoff für ein Epos und tatsächlich wurde das portugisische Nationalepos daraus. Luís Vaz de Camões hat in seinen Lusiaden die Geschichte aufgeschrieben. Diverse Opern handeln von dem Thema auf den grossen Hollywood Film warten wir noch.

Ich werde später nochmal auf die Geschichte zurückkommen.

Im Park standen exotische Pflanzen, spendeten Schatten. Vom alten Bambus

Bambux

zum riesigen Gummibaum:

Gummibaum

Und es gibt den Brunnen der Liebenden (hier erinnern wir uns an die glückliche Zeit von Inês und Pedro),

Brunnen der Liebenden

und hier werden wohl auch fast alle Hochzeitspaare photografiert, zum Brunnen der Tränen,

Brunnen der Tränen 

uns ist jedoch nicht bekannt, ob man sich hier nochmal bei der Scheidung photografieren lässt.

Hier soll Inês hingerichtet/ermordet worden sein. Und hier in Coimbra wurde Inês dann auch erstmal (jaja, wir kommen drauf zurück) beerdigt.

Nach der Parkbesichtigung suchten wir den Stellplatz am Bootsclub am Rio Mondega auf. Von hier aus bummelten wir in den frühen Abendstunden über die schicke Fussgängerbrücke in die Altstadt von Coimbra. Und das ist mal eine hübsche Stadt. Ein gepflegter Park am Flussufer mit schicken Kneipen u.a. einem Rock Cafe. Wir schlenderten die Einkaufsstrasse entlang - die Geschäfte schlossen allmählich - durch die alte Pforte der Mauren und auf den Berg. Coimbra zeigt überall den Charme einer Studentstadt, mit lustigen und auch zornigen Graffiti. Unser Favorit: der Hunt-the-nazi-tag:

 Graffiti_Nazi_go_home

Für den Rest des Abends, lass ich ein paar Bilder sprechen:

Einheimische erstarrt

Das maurische Stadttor “Arco de Almedina”:

Arco de Almedina

Haupteinkaufsstrasse, Rua Ferreira  Borges, in der Abenddämmerung:

Rua Ferreira  Borges, Coimbra

Am Flussufer des Rio Mondego im Rock Cafe liessen wir bei Burgern den Tag ausklingen.

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5.8.2010 Unsere 3-Städte-Bergtour

Heute durfte ich entscheiden, und dann kann auch mal ein wenig mehr gefahren werden.

Zunächst galt es an der Lagune zu frühstücken. Der Müll kommt auf allen Fotos nicht wirklich rüber, und ich fand auch am Ufer Familien zum Strandpicknick auf ihren Decken liegen, während über ihren Köpfen uralter Müll an Plastiktüten in den Bäumen baumelte.

Eine besondere Augenweide bot unser Nachbar, ein historisches VW-Campermobil, so ein schön erhaltenes Fahrzeug habe ich selten gesehen:

Wohnmobil in Torreira

Während wir frühstückten fingen die Anwohner ihr Mitagessen:

Angler

Diese Lagune, um die Flussmündung des Ria de Aveiro ist offensichtlich ein Anglerparadies, aber solch stehenden Gewässer sind im Sommer gerne etwas “eklig”. Wir bewunderten die traditionell bemalten Boote während wir uns auf den Weg in Richtung Aveiro machten.

Die Bemalungen sind für alle Lebenslagen und zeigen gewisse inhaltliche Diskrepanzen zwischen Steuerbord

Bemaltes Boot

und Backbord auf:

Bemaltes Boot

Aveiro entpuppt sich als schnuckeliges kleines Städtchen natürlich mit dem entsprechenden Touristenaufkommen, aber wir waren ja auch welche. Die Bootsfahrt durch die Kanäle und raus zu den Salinen zeigt einem die ganze Altstadt und man kann sich vorher schonmal die Ecken ausgucken, an die man nachher zu Fuss laufen will. Der Bootsführer erläutert einem recht viel, aber wir konnten den nicht folgen - wir erinnern uns an unsere Schwäche im Portugiesischen.

Aveiro ist sehr vielschichtig und neue und alte Stadt liegen unmittelbar beieinander, Cafes können sowohl antik als auch ganz modern sein:

altes Cafe

neues Cafe

In alten Märchen hört man von Seeleuten, die auf Muscheln wie auf Trompeten blasen, und das konnte ich mir nie so recht vorstellen, bis heute. So eine Muschel klingt wie ein Nebelhorn wenn der Bootsmann Signal gibt. Auf den anderen Booten wurde allerdings mit Kompressoren getrötet.

Schiffer mit Horn

Aveiro ist für eine Spezialität berühmt, die es in ganz Portugal gibt, hier ist die Quelle, jedes Cafe und viele Strassenhändler bieten sie an: Ovos Moles. Todesmutig haben wir sie versucht,

Oves Moles

Wie soll man sie beschreiben? Vielleicht am einfachsten so: Eine zuckrige Eigelbschaummasse wird in Backoblaten gepackt. Insgesamt erinnert es an das gute “Zuckerei” aus den Werner Filmen. Wenn man sich das Rezept ansieht, dann wundert es einen nicht, denn es ist nichts anderes: Ovos Moles.

Gestärkt vom Zuckerei ging’s weiter, wir hatten heute ja noch was vor!

Wir wollten uns die historische Stadt Viseu ansehen. Hier wurde die Navigation etws mühsam, da wir der Familie Schulz folgen wollten, aber die Zufahrt durch eine Baustelle blockiert war. Die “Desvio” Umleitung führte uns zwar in die Stadt, aber wir wussten nicht recht, wann sie endete und der Hinweis, einer Strasse bis zum Elefanten zu folgen war dann nicht mehr hilfreich. So kreisten wir ein paarmal um die Altstadt, bis wir den grossen Marktplatz erreichten auf dem wir unser Wohnmobil parken konnten. Leider war das auch um die frühe Nachmittagszeit, so können wir von Viseu fast nur sagen, dass es dort sehr, sehr heiß ist!

Die kleinen, steilen Gässchen spendeten zwar Schatten, aber jede Bewegung war mühsam. Die kleinen Läden, die - vor allem in der Unterstadt - auch gar nicht auf Touristen abzielten, sondern Bedarf für Haushalt, Garten, Werktstatt anboten, machten einen verschlafenen Eindruck und hier sah es ein wenig aus, als sei die Zeit stehen geblieben. Wahrscheinlich war ihr auch zu heiß.

Laden in Viseu

Zum Glück waren wir dann alle etwas müde, so konnten wir der Versuchung widerstehen, uns zur portugisischen Armee zu melden:

Viseu, Join the Army

In Viseu gibt es auch eine Spezialität, die Viriatos. Hier gibt es kein Photo, es handelt sich um ein Plunderteilchen mit einem Teig, der sehr viel Ei enthält und das ganze hat eine Ei-Füllung. Danach wurden wir etwas vorsichtig mit lokalen Spezialitäten, um unseren Cholesterinhaushalt nicht zu gefährden.

Wir flüchteten und machten uns auf in die Berge.

So erreichten wir die höchstgelegene Stadt Portugals, Guarda. Hier wurden die Häuser grau, und die Strassen mit ihrem glatten Pflaster sorgten bergauf für durchdrehende Räder. Granithäuser in der Altstadt, aber langsam liess unsere Aufmerksamkeit nach. So liefen wir einmal um die Kathedrale, kauften keinen Destillierapparat und liefen langsam zurück zum Wohnmobil.

Gasse in Guarda Gasse in Guarda

Laden in Guarda

Hier kauften wir keinen Destillierapparat.

Kathedrale Se

und die Kathedrale war auch schon zu!

Nun wollten wir noch in die Natur. Dazu wollten wir zum Poço do Inferno bei Manteigas. Hier begann nun unser Tomtom sein hinterhältiges Spiel. Wider besserer Ahnung folgten wir dem Tomtom so lange, bis die Wegführung wirklich unentschuldbar war, dann - viel zu spät - begannen wir nach Landkarte zu navigieren.  Kaum verliessen wir die falsche Route des Navis stelle sich heraus, dass fast die gesamte Sierra da Estrela ein weisser Fleck ist. Kaum eine Strasse existierte und wir fuhren nun fast eine Stunde über ein gleichmässig graues Hintergrundbild des Tomtom. Ob hier ein Update geholfen hätte?

Wir erreichten das Poço do Inferno in der Abenddämmerung und in völliger Bergeinsamkeit sprangen wir nach diesem heissen Tag in das klare Bergwasser.

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4.8.2010 Wäsche waschen in Cortegaça

Schon in Porto hatten wir die Augen aufgesperrt, um einen Waschsalon zu finden. Aber nirgendwo konnten wir einen sehen. Und wir wussten auch nicht recht zu fragen, denn ich war mir ja gewiss gewesen, dass http://dict.leo.org uns weiterhelfen würde. Aaaber, erstens kann Leo gar kein Portugiesisch und zweitens ist Portugiesisch mit ein wenig Französisch, Latein und den paar Brocken Spanisch zwar recht gut zu lesen aber auf keinen Fall zu verstehen, wenn Portugiesen es sprechen.

In unserer Not suchte ich also in Google mal nach “Waschsalon und Portugal”. Wheelies das Motoradmagazin klärte uns dann auf: Es gibt keine Waschsalons in Portugal. Und nachdem das geklärt war konnten wir uns die Suche auch sparen, wir brachten unsere Wäsche in eine Wäscherei, liessen sie im benachbarten Obstladen wiegen und dann wurde uns zugesichert, wir könnten sie gegen 17 Uhr abholen. Wie immer in Portugal waren alle freundlich, fröhlich und extrem hilfsbereit, die Verständigung erfolgt in allen Weltsprachen, mit Händen und Füssen und unter Aufschreiben von Zahlen.

Als wir das erledigt hatten konnten wir uns eigentlich auf die faule Haut legen, wir suchten den Strand, und der war schwer zu erreichen.  Denn in Cortegaça hat man viel vor. Man hat über die parrallel zum Strand verlaufende Eisenbahn eine schwungvolle Brücke gebaut und alle anderen Bahnübergänge geschlossen. Dies indem man einfach auf jeder Seite der Bahnlinie eine Mauer auf die Strasse gesetzt hat. Das konnte natürlich unser TomTom nicht wissen, das uns auf eine solche Mauer nach der anderen lotste und viele örtliche Wegweise führten auch noch in diese Sackgassen.

Letzlich fanden wir zum Strand, der etwas abgelegene Praja de Sao Pedro war allerdings nur begrenzt schön: Voller Treibholz machte er doch einen etwas unfreundlichen Eindruck. Der Wind trieb auch heute den Sand knirschend scharf, so dass man es überhaupt nur in der Wasserlinie oder im Windschatten aushalten konnte.

Praja de Sao Pedro

Einigen Lärm und Wind machte dann doch das Löschflugzeug, das offensichtlich unweit Wasser gefasst hatte, und im Tiefflug über den Strand donnerte. Wir haben allerdings in diesem Somme keine Brände in Portugal bemerkt.
Löschflugzeug

Nachmittags wollten wir die Wäsche holen, pünktlich um 17 Uhr standen wir in der Wäscherei… wir schon, unsere Wäsche nicht. Wir hatten das ja schon befürchtet, wir wurden auf 18 Uhr vertröstet.

Das gab uns Zeit die wunderschöne Azulejo Kirche in Cortegaça erneut anzusehen. Nachdem wir sie bereits im Morgenlicht fotografiert hatten, nun also noch einmal in Abendstimmung.

Kirche in Cortegaca

Und dann sahen wir Leute durch die geöffnete Sakristei gehen, und uns wurde auch erlaubt in das Innere zu sehen. Uns empfing eine schlichte Kirche mit einem wunderschönen Azulejo-Abendmahl. Da sich die Gemeinde jedoch langsam zum Gottesdienst sammelte sind wir schnell wieder gegangen.
Abendmahl Azujeho in Cortegaça

Nun, was soll ich sagen, um 18 Uhr war unsere Wäsche auch nicht fertig, nun sollte es der Mittag des Folgetags werden. Da wollte ich aber auf keinen Fall länger auf die Wäsche warten und wir erklärten, dass wir da eigentlich schon in Lissabon sein wollten. Und, schon wieder zeigten sich alle wahnsinnig hilfsbereit. Die Besitzerin der Annahmestelle fuhr mit uns quer durch Espinho bis zur Hauptniederlassung und dort fanden wir zwei Damen, die bereits eifrig dabei waren unsere Wäsche zu plätten. So hatten wir letztlich gegen 19:30 unsere Wäsche wieder. Wir schenkten dem Team unsere eiserne Reserve Haribo Colorado.

Dann hatten wir es aber eilig, denn die Nacht wollten wir an dem im Reiseführer als sehr romantisch beschriebenen Stellplatz in Torreira am Bodden verbringen. Es dämmerte bereits als wir dort ankamen und so fanden wir unseren Platz (dank GPS konnten wir immer verlässlich die Stellplätze aus dem Reiseführer anfahren). Allerdings war das der mit Abstand vermüllteste Platz der uns in Portugal je untergekommen ist. In den Büschen hingen die Müllbeutel von Generationen von Anglern, Campern und Picknickern. Mit unseren zwei Hunden konnte man kaum das Wohnmobil verlassen, da die ständig Dinge zum Fressen fanden.

Das Wasser schwappte bracking im Bodden, im Sommer kann man den Platz sicher nicht zum Baden empfehlen.